das Fünfte element - die Arbeit

1997

[Kunst am Bau, Arbeitsamt Erfurt]

Fotografik, rotierende Elemente


 

Werk: WALDBRAND

Rotierende Elemente

Die Kunst-am-Bau-Arbeit Das fünfte Element: Die Arbeit für das Arbeitsamt Erfurt besteht aus einem mehrteiligen Werk in der Eingangshalle des Hauptgebäudetraktes sowie einem begleitenden Bebilderungssystem. Dieses System zieht sich als künstlerischer Leitfaden mit Bezug auf das Hauptwerk der Eingangshalle über alle Gebäudeteile hinweg durch die verschiedenen Wartezonen und Sitzungszimmer. Auch im Berufs- und Selbstinformationszentrum (BIZ / SIS) sowie in der Kantine sind Stationen zu finden.

Die Ausschreibung für die Maßnahme „Kunst am Bau“ des weitläufigen Gebäudes beschränkte sich auf die Innenräume, verbunden mit dem Wunsch nach möglichst ökonomischer Flächennutzung. Die Gestaltung von großzügigeren Raumzonen war somit von vornherein ausgeschlossen. Das künstlerische Konzept reagierte darauf mit der platzsparenden, vertikalen räumlichen Nutzung im Eingangsbereich einerseits und der Bezugnahme in weiteren Gebäudeteilen andererseits.

Das Darstellungsmedium ist Fotografie beziehungsweise Fotografik (Näheres hierzu im Folgenden) in Verbindung mit mechanischen Elementen.

B02

Wasser

Das Element Wasser

Ohne Wasser ist auf diesem Planeten kein Leben denkbar. Wasser bildet daher zusammen mit Erde, Feuer und Luft in vielen Denkschulen das Quartett der vier Grundelemente. Über seine natürliche Funktion hinaus kommt dem Wasser in philosophischen und kulturellen Deutungen eine spirituell-symbolische Bedeutung zu. Wasser steht für den Bereich der Gefühle, für die tieferen Schichten unseres menschlichen Seins.

Doch auch bei nüchterner Betrachtungsweise bleibt Wasser ein wundersames Element. Wasser ermöglicht nicht nur Leben, es ist selbst sehr lebendig und unterwirft sich keinen starren Regeln. Man kann in zwei gleichen Wasserbecken mit identischen Quirlen rühren – nie entstehen die gleichen Strömungen.

Eine der faszinierendsten Eigenschaften des Wassers ist die Vielfalt seiner Erscheinungsformen. Es zeigt sich als vorbeiziehende Wolke, als ewiges Eis, als zerstörerische Flut, als heißer Dampf oder als ruhiger, weiter Ozean.

Feuer

Das Element Feuer

Was ist das Feuer? – Schwer zu sagen. 

Unversehens fallen wir bei Erklärungsversuchen in die Sprache der Kinder zurück: „Also, Feuer ..., das ist, wenn‘s brennt.“ 

Aber was genau geschieht, wenn es brennt? „Feuer ist die physikalische, äußere, sichtbare Begleiterscheinung einer Verbrennung“, windet sich das Lexikon.

Aber sagt das mehr? 

Ist das nicht die wissenschaftliche Form, unser Nichtverstehen auszudrücken? 

Feuer fasziniert. Es zerstört und betört, ist Magie, die jede und jeder kennt und keiner ganz begreift. 

Feuer ist Energie.

Erde

Das Element Erde

Das Element Luft „Nötig wie die Luft zum Atmen“, heißt es im Volksmund, um eine Notwendigkeit schlechthin zu umschreiben. Luft ist so selbstverständlich, dass wir sie im Regelfall nur wahrnehmen, wenn etwas mit ihr nicht stimmt. Erst wenn ihre Qualität beeinträchtigt ist oder sie knapp wird, „uns die Luft ausgeht“, tritt ihre Bedeutung als elementare Lebensgrundlage ins Bewusstsein. Die Alten müssen das Fluidum dieses Elements erkannt haben, als sie Götter und Geister darin ansiedelten. Luft – das Reich der Freiheit.

Luft

Das Element Luft

„Nötig wie die Luft zum Atmen“, heißt es im Volksmund, um eine Notwendigkeit schlechthin zu umschreiben.

Luft ist so selbstverständlich, dass wir sie im Regelfall nur wahrnehmen, wenn etwas mit ihr nicht stimmt. Erst wenn ihre Qualität beeinträchtigt ist oder sie knapp wird, „uns die Luft ausgeht“, tritt ihre Bedeutung als elementare Lebensgrundlage ins Bewusstsein.

Die Alten müssen das Fluidum dieses Elements erkannt haben, als sie Götter und Geister darin ansiedelten.

Luft – das Reich der Freiheit.

arbeit

Das fünfte Element - die Arbeit

Arbeit im physikalischen Sinn ist Kraft mal Weg – Arbeit = Kraft × Weg.

Arbeit im gesellschaftlichen Sinn ist körperliche und geistige, zielgerichtete Aktivität, die ein Mensch ausübt, um seine Existenz zu sichern.

Diese Arbeit beziehungsweise Arbeitswelt hat in der gegenwärtigen Zeit eine so elementare Bedeutung, dass sie unsere Lebenszeit, unsere Freizeit, unser gesellschaftliches Zusammenleben und unsere Zukunft wesentlich beeinflusst.

Die Arbeit beziehungsweise Arbeitswelt mit all ihren Formen und die vier Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft beeinflussen sich gegenseitig, in ihren extremen Formen können sie sich wechselseitig zerstören.

Schon von Beginn unserer Geschichte haben die vier Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft die Menschheit bewegt. Die Elemente regten die Erdbewohner an, sie zu erforschen und sie für sich nutzbar zu machen.

Die Menschen waren gebannt von dem Element Luft, in dem sich die Vögel völlig frei und ungebunden bewegten. Der Mensch arbeitete an dem Wunsch, es den Vögeln gleichzutun, und entwickelte Fluggeräte, um damit den Himmel und später das Weltall zu erobern. Er entdeckte das Feuer, mit dem Metall geformt werden konnte, und das Wasser, mit dessen Energie mechanische Kraft gewonnen wurde. Die Weite des Ozeans trieb zu immer neuen Entdeckungen an. Der Erde, die durch ihre Fruchtbarkeit die Menschen ernährte, mussten ihre Früchte mit Arbeit abgetrotzt werden.

Das Zusammenspiel oder vielmehr die Zusammenarbeit der vier Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft hat das Leben auf diesem Planeten Erde erst ermöglicht. Somit ist das Zusammenwirken der vier Elemente der Beginn der Arbeit und Arbeitskultur, die gegenwärtig den westlich orientierten Menschen elementar prägt.

Die Folge ist, dass der Mensch seiner Arbeit beziehungsweise Arbeitswelt ebenso viel, jedoch häufig mehr Bedeutung einräumt als den vier Naturelementen Wasser, Erde, Feuer und Luft.

Aufbau und Funktion

Die vier Motive der Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft sind auf je einer Stoffbahn mit einer Höhe von vier Metern und einer Breite von einem Meter fünfzig mittels Siebdruck auf der Vorderseite der Bahnen realisiert. Die Darstellungen der vier Naturelemente sind fotografische Abstraktionen der Realität. Durch diese Abstraktion sind die elementspezifischen, optischen Besonderheiten in der Fotografik verstärkt und in ihrer Art zeitlos.

Die Darstellungsform des fünften Elements Arbeit besteht aus einer typografischen Auflistung aller wichtigen und gängigen Berufsbezeichnungen, die auf der Rückseite jeder der vier Bahnen ebenfalls im Siebdruckverfahren aufgebracht sind. Das fünfte Element ist nicht bildhaft, sondern typografisch verwirklicht, womit auf die vielfältige, sich rasch verändernde Arbeitswelt reagiert wird. Zudem wäre eine bildhafte Darstellung optischen Trends unterworfen, die sich gleichfalls rasch ändern. Diese rein textliche Umsetzung der verschiedenen Berufsbilder lässt zeitgerechte und individuelle Bilder – ob laut oder leise gelesen – bei den Betrachtenden entstehen.

Aufbau und Funktion

Die vier Bahnen sind jeweils mit einem Elektromotor versehen, der an der Decke befestigt ist. Über zwei Ketten zieht der Elektromotor die Elemente-Bahnen vorderseitig, von vorn nach hinten, und von unten nach oben. Über diese kontinuierliche Bewegung erscheinen die auf der Rückseite gedruckten, auf dem Kopf stehenden Berufsbezeichnungen nun in lesbarer Richtung. Der obere Rand der farbigen, abstrahierten Bildmotive unterstreicht wie mit einem Lineal die neu aufscheinenden Zeilen der Berufsbezeichnungen, die langsam am Auge der Besucher des Arbeitsamts vorbeigleiten.

In der Beuge jeder einzelnen Motivbahn ist als Gegengewicht eine Walze eingelegt, die die Bahnen nach unten hin beschwert und dadurch strafft.

Beleuchtet wird die Installation von acht Halogenstrahlern, die, an einer Metallkonstruktion gegenüber dem Hauptwerk befestigt, dem Objekt die nötige Atmosphäre verleihen. Die Motoren ziehen in der Aufwärtsbewegung die Rückseite (Das fünfte Element Die Arbeit) von untenher, und somit für den Betrachter sichtbar, über die bildlichen Abstraktionen Wasser, Erde, Feuer oder Luft nach oben, bis diese völlig nach hinten gekehrt und somit nicht mehr sichtbar sind.

Bei der Abwärtsbewegung werden die vier Elemente von den auf der Rückseite bedruckten Berufsbezeichnungen nach unten hin erneut freigegeben. Das fünfte Element – die Arbeit macht Platz für die Natur. Dieser unablässige Wechsel der vier Elemente der Natur mit dem fünften Element der Arbeit verdeutlicht das intensive Zusammenspiel, die Bedingtheit und den Wandel aller fünf Elemente.


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